Leitfaden zur Gebäudesicherheit

Wie kann man das Erdbebenrisiko eines Gebäudes untersuchen?

Dass ein Gebäude neu, gepflegt oder ohne sichtbare Risse ist, beweist keine Erdbebensicherheit; sein Alter bedeutet umgekehrt nicht automatisch, dass es unsicher ist. Eine belastbare Prüfung übersetzt Beobachtungen in konkrete Fragen und überlässt die Beurteilung qualifizierten technischen Fachleuten.

10 Minuten LesezeitAktualisiert · 28. Juli 2026
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Zusammenfassung in einer Minute

Was Sie sich merken sollten, bevor Sie sich entscheiden

  • Nutzen Sie weder Gebäudealter, äußeres Erscheinungsbild noch einen einzelnen Riss als sicheren Nachweis für oder gegen ein Risiko.
  • Recherchieren Sie Projektunterlagen, Genehmigungen, Baugrundinformationen, Sanierungen und Eingriffe in das Tragwerk.
  • Trennen Sie Beobachtung und Vorprüfung von Erdbebenbewertung und Risikogebäude-Feststellung nach Gesetz Nr. 6306.
  • Lassen Sie eine offizielle Risikogebäude-Feststellung ausschließlich im vorgesehenen Verfahren durch eine aktuell zugelassene Stelle durchführen.
  • Liegt kein Bericht vor, machen Sie die Unsicherheit in Preis-, Angebots-, Nutzungs- und Umbauszenarien ausdrücklich sichtbar.
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Nutzen Sie Beobachtungen nicht zur Diagnose, sondern um die richtige Untersuchung anzustoßen

Feuchtigkeit, Risse, Setzungen, Korrosionsspuren, Eingriffe an Stützen und Trägern oder eine ungewöhnliche Nutzung im Erdgeschoss können wichtige Fragen aufwerfen. Ein Foto eines Risses, ein Inserat oder eine kurze Besichtigung ermittelt jedoch nicht die Erdbebenleistung des Tragwerks.

Umgekehrt sind frischer Anstrich, eine glatte Fassade oder fehlende sichtbare Schäden kein Sicherheitsnachweis. Dokumentieren Sie auffällige Beobachtungen mit Lage, Ausmaß, zeitlichem Verlauf und möglicher Ursache und veranlassen Sie die passende fachliche Prüfung.

  • Schneiden, Bohren oder Schließen an Stützen, Trägern und Wänden
  • Wasser, Korrosion und Nutzungsänderungen in Keller und Erdgeschoss
  • Risse, Abplatzungen oder deutliche Verformungen an Tragwerksteilen
  • Nachbargebäude, Höhenunterschiede und Auffälligkeiten im Umfeld der Gründung
  • Aufzeichnung des Datums, des Ortes und des Fotos der Beobachtung
Grenze der SichtprüfungEin Bild wirft Fragen auf; eine technische Untersuchung liefert die Grundlage für eine Bewertung.

Die Erdbebensicherheit eines Gebäudes lässt sich nicht aus Fotos oder Altersangaben ableiten.

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Machen Sie Projektunterlagen und Eingriffsgeschichte des Gebäudes sichtbar

Das Baujahr hilft einzuordnen, nach welchen Vorschriften ein Gebäude geplant wurde; es erklärt aber nicht allein die Ausführung, Materialeigenschaften, den Baugrund oder spätere Eingriffe. Statisches und architektonisches Projekt, Baugenehmigung, Unterlagen zur Bauaufsicht, Verstärkungsnachweise und frühere Schadensakten sollten gemeinsam geprüft werden.

Eingriffe wie das Zusammenlegen von Wohnungen, Entfernen von Wänden, Leitungsdurchführungen, das Öffnen von Ladenfronten oder Nutzungsänderungen können das Tragwerk berühren. Beschlüsse der Hausverwaltung, ältere Fotos, kommunale Akten und technische Berichte liefern belastbarere Anhaltspunkte als mündliche Aussagen.

Stellen Sie eine Rechercheakte zur Gebäudehistorie zusammen
ThemaGesuchte UnterlagenZu klärende Frage
ProjektStatisches und architektonisches ProjektWie wurde das Gebäude entworfen?
Genehmigung und BauaufsichtBaugenehmigung und Unterlagen zur BauaufsichtIn welchem Verfahren wurde das Gebäude errichtet?
InterventionUnterlagen zu Sanierungen, Verstärkungen und HausverwaltungWas hat sich später geändert?
SchädenTechnischer Bericht und ReparaturunterlagenWie wurde der Vorfall in der Vergangenheit gehandhabt?
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Trennen Sie Vorprüfung, Erdbebenbewertung und Risikogebäude-Feststellung

Eine ingenieurtechnische Vorprüfung kann den Umfang weiterer Untersuchungen festlegen. Eine umfassende Erdbebenbewertung eines Bestandsgebäudes beruht dagegen auf Datenerhebung, Prüfungen, Modellierung und Berechnungsmethoden nach der Türkiye Bina Deprem Yönetmeliği.

Die Risikogebäude-Feststellung nach Gesetz Nr. 6306 ist ein eigener amtlicher Vorgang mit rechtlichen Folgen im Transformationsprozess und wird nach den Grundsätzen der Riskli Yapıların Tespit Edilmesine İlişkin Esaslar durchgeführt.

Drei verschiedene Überprüfungsstufen
ÜberprüfungHauptzweckBegrenzung
Technische Vorprüfung vor OrtFestlegung von Fragen und UntersuchungsumfangKeine abschließende Erdbebenbewertung
ErdbebenbewertungBewertung des Bestandsgebäudes nach den einschlägigen MethodenUmfang und Annahmen müssen im Bericht nachvollzogen werden
Risikogebäude-Feststellung nach Gesetz Nr. 6306Einleitung des amtlichen Verfahrens für RisikogebäudeAktuell zugelassene Stelle und behördliche Prüfung erforderlich
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Verstehen Sie Verfahren und Folgen der amtlichen Feststellung nach Gesetz Nr. 6306

Nach Angaben der Kentsel Dönüşüm Başkanlığı kann die Risikogebäude-Feststellung auf Antrag einer Eigentümerin, eines Eigentümers oder einer gesetzlichen Vertretung durch von der Behörde zugelassene Institutionen und Organisationen erfolgen. Der Antrag wird über das amtliche elektronische System gestellt; der Bericht wird von der zuständigen Verwaltung oder einer entsprechend beauftragten Stelle geprüft.

Wird ein Gebäude als Risikogebäude festgestellt, wird dies dem Tapu mitgeteilt und es beginnt ein Verfahren, das unter anderem Benachrichtigung, Einspruch, Räumung und Umbau betreffen kann. Verstehen Sie daher von Beginn an mögliche Auswirkungen auf Eigentum, Nutzung, Finanzierung und Entscheidung, statt nur auf das Ergebnis eines Berichts zu warten.

  • Antragsberechtigte Eigentümerinnen, Eigentümer oder gesetzliche Vertretungen
  • Auswahl einer aktuell zugelassenen Stelle aus der Liste der KDB
  • Durchführung der Feststellung über das amtliche elektronische System
  • Prüfung des Berichts durch die zuständige Verwaltung auf Verfahren und Inhalt
  • Rechtliche und technische Unterstützung für Benachrichtigung, Einspruch und weitere Schritte
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Wenn kein Bericht vorliegt, machen Sie Unsicherheit handhabbar statt unsichtbar

Ein umfassender Bericht ist vor dem Kauf nicht immer verfügbar. Setzen Sie die Unsicherheit dann nicht aufgrund von Gebäudealter oder Verkäuferzusicherungen auf null. Halten Sie vorhandene Unterlagen, Ergebnisse einer technischen Vorprüfung, Wissen der Hausverwaltung, geplante Prüfungen und mögliche Transformationsszenarien getrennt fest.

Bedingungen für technische Prüfungen im Angebot, Prüfungsfristen, Umgang mit erheblichen Feststellungen oder eine Anpassung des Preises können mit Rechtsberatung geplant werden. Berücksichtigen Sie mögliche Auswirkungen von Verstärkung, Räumung, Neubau und Finanzierung sowie die aktuelle Gebäudenutzung in Ihrer gesamten Entscheidungsakte.

  • Vorhandene und fehlende technische Unterlagen
  • Nächste von Fachleuten empfohlene Prüfungsstufe
  • Auswirkungen eines Berichts auf Angebot und Finanzierung
  • Szenarien für Verstärkung, Umbau oder Fortsetzung der Nutzung
  • Auswirkungen der Unsicherheit auf Preis und Entscheidungszeitpunkt

Häufig gestellte Fragen

Klare, prägnante Antworten

01Zeigt das Alter des Gebäudes ein Erdbebenrisiko an?

Das Alter hilft, Fragen zu Bauzeit und anwendbaren Vorschriften zu formulieren. Projekt, Ausführung, Material, Baugrund, Wartung und Eingriffsgeschichte sollten gemeinsam mit einer technischen Untersuchung bewertet werden.

02Ist ein Gebäude bei einem Riss in einer Stütze definitiv gefährdet?

Lage und Ursache eines Risses lassen sich ohne fachliche Untersuchung nicht bestimmen. Dokumentieren Sie die Beobachtung, nutzen Sie den Bereich umsichtig und lassen Sie eine geeignete Beurteilung durch qualifizierte Bauingenieurinnen oder Bauingenieure veranlassen.

03Wer kann eine Risikogebäude-Feststellung nach Gesetz Nr. 6306 beantragen?

Im von der Kentsel Dönüşüm Başkanlığı veröffentlichten Verfahren können sich Eigentümerinnen, Eigentümer oder ihre gesetzlichen Vertretungen an aktuell zugelassene Institutionen und Organisationen wenden.