Architektonischer Kaufleitfaden

Checkliste: Worauf sollten Sie bei einer Immobilienbesichtigung achten?

Bei einer Besichtigung bleiben attraktive Details leicht im Gedächtnis, während kleine, entscheidungsrelevante Hinweise verloren gehen. Mit einer guten Checkliste prüfen Sie jede Immobilie nach denselben Kriterien und vergleichen die Optionen danach fairer.

10 Minuten LesezeitAktualisiert · 28. Juli 2026
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Zusammenfassung in einer Minute

Was Sie sich merken sollten, bevor Sie sich entscheiden

  • Nehmen Sie Ihre Bedarfsliste, Messnotizen und Fragen zur Besichtigung mit.
  • Beginnen Sie die Prüfung auf der Straße und betrachten Sie Gebäude und Gemeinschaftsflächen gemeinsam mit der Wohnung.
  • Prüfen Sie in jedem Raum Licht, Belüftung, Wegeführung, Stauraum und Hinweise auf Feuchtigkeit in derselben Reihenfolge.
  • Halten Sie sowohl Ihre Beobachtungen als auch die Punkte fest, die mit Unterlagen geprüft werden müssen.
  • Treffen Sie die Entscheidung nach der Besichtigung anhand einer vollständigen Vergleichsnotiz, nicht allein anhand von Fotos.
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Bereiten Sie Ihre Kriterien vor der Besichtigung vor

Notieren Sie vor der Besichtigung die wichtigsten Angaben aus dem Inserat, den Grundriss und die Lage. Nehmen Sie Maße mit, die für Ihren Alltag wichtig sind, etwa für Möbel, Arbeitsplatz, Kinderzimmer, Stauraum oder Barrierefreiheit.

Kompass-App und Fotos können hilfreich sein. Behandeln Sie Ausrichtung, Flächenangaben und rechtlichen Status aus einer App oder einem Inserat jedoch nicht als abschließend bestätigt.

  • Notieren Sie Preis, Brutto- und Nettofläche, Etage sowie Angaben zu Gebühren im Inserat.
  • Reduzieren Sie Ihre wesentlichen Bedürfnisse auf fünf Gegenstände oder weniger.
  • Nehmen Sie die Maße der großen Möbel mit, die bewegt werden sollen.
  • Formulieren Sie getrennte Fragen an Verkäufer, Verwaltung und gegebenenfalls technische Fachleute.
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Beginnen Sie die Prüfung auf der Straße und am Gebäudeeingang

Straßenzugang, Fußgängersicherheit, Parkmöglichkeiten, Gefälle, Lärm und die Erreichbarkeit des täglichen Bedarfs prägen den Alltag vor der Haustür. Das Verhältnis von Erd- und Kellergeschoss zur Umgebung liefert erste Hinweise auf Wasser, Feuchtigkeit, Zugänge für Dienstleistungen und die Nutzung von Gemeinschaftsflächen.

Prüfen Sie Eingang, Aufzug, Treppenhaus, Flure, Stellplätze und Garten. Pflegezustand, unregelmäßige Anbauten, starke Gerüche, anhaltende Feuchteflecken oder provisorische Leitungsarbeiten sind zunächst Hinweise, keine technische Diagnose – sie zeigen, was weiter untersucht werden sollte.

  • Wie funktioniert die Straße zu verschiedenen Zeiten?
  • Sind der Gebäudeeingang und die Gemeinschaftsbereiche sicher, hell und gepflegt?
  • Sind Aufzüge, Parkplätze und Serviceflächen für den täglichen Bedarf geeignet?
  • Gibt es größere Wartungs- oder allgemeine Ausgaben, die das Management plant?
  • Gibt es Hinweise, die an Keller, Dach oder Fassade weiter untersucht werden sollten?
BeobachtungsmethodeSchon vor der Wohnungstür erkennen Sie, wie das Gebäude gepflegt und verwaltet wird.

Der Zustand der Gemeinschaftsflächen ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. Er gibt auch Hinweise auf Instandhaltungsgewohnheiten, mögliche kommende Ausgaben und die tägliche Nutzung.

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Prüfen Sie jeden Raum nach denselben fünf Kriterien

Licht, Wegeführung, Maße, Belüftung und technische Ausstattung.

Folgen Sie in jedem Raum derselben Reihenfolge, statt nur beim Wohnzimmer zu beginnen. Achten Sie auf Ausrichtung und Verschattung der Fenster, Türschwenkbereiche, Möblierbarkeit, Steckdosen und Anschlüsse, Belüftung sowie auffällige Stellen an Oberflächen.

Ein Raum kann auf Fotos groß wirken und wegen Durchgangsflächen oder vieler Türen dennoch schwer möblierbar sein. Prüfen Sie in Nassräumen Lüftung, Wasserdruck sowie Fugen und Feuchtespuren; in der Küche Arbeitsflächen, Stauraum und Gerätepositionen; in Schlafzimmern Privatsphäre und Verdunkelungsmöglichkeiten.

Schnellcheck für jeden Raum
KriteriumWorauf Sie achten solltenAuswirkungen auf die Entscheidung
LichtAusrichtung, Fenster, Gegenüberbebauung, VerschattungNutzung und Komfort während des Tages
WegeführungTüren, Übergänge, MöbelbereichNetto verfügbare Fläche
BelüftungÖffenbares Fenster, durch LuftGeruch, Feuchtigkeit und Sommerkomfort
ZustandFeuchtigkeit, Risse, Fugen und auffällige OberflächenWeiterer Prüf- und Sanierungsbedarf
InfrastrukturSteckdosen, Leitungen, Heizung und GeräteanschlüsseUmfang und Kosten der Renovierung
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Trennen Sie Beobachtungen von Punkten, die geprüft werden müssen

Eine Besichtigung ersetzt keine rechtliche oder technische Prüfung. Angaben zur unabhängigen Einheit im Grundbuch, Rechte und Belastungen der Immobilie, die Dokumentation wesentlicher Änderungen und Beschlüsse der Verwaltung müssen anhand geeigneter amtlicher Unterlagen geprüft werden.

Wenn Sie einen Feuchtigkeitsfleck sehen, fragen Sie statt zu erraten, warum, wann er aufgetreten ist, welcher Eingriff zuvor durchgeführt wurde und ob er wieder auftritt.

  • Sind Grundbuchangaben und Informationen zur unabhängigen Einheit aktuell?
  • Welche Arbeiten wurden in den letzten Jahren in der Wohnung oder im Gemeinschaftsraum durchgeführt?
  • Wie lauten Verwaltungsplan, Schuldenstand und anstehende gemeinschaftliche Ausgaben?
  • Gibt es bekannte Wasser-, Heizungs-, Isolations- oder Nachbarschaftsprobleme?
  • Welche technischen und rechtlichen Prüfungen werden vor dem Angebot durchgeführt?
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Füllen Sie die Vergleichsnotiz direkt nach der Besichtigung aus

Wenn Sie mehrere Immobilien an einem Tag besichtigen, verschwimmen Details schnell. Halten Sie Stärken, Unsicherheiten, notwendige Maßnahmen und nachzureichende Informationen direkt nach Verlassen des Gebäudes fest. Ordnen Sie Fotos nach Raum und Thema.

Vergeben Sie nicht nur eine Gesamtnote. Bewerten Sie Grundriss, Licht, Gebäude, Lage, Kosten und Unsicherheit getrennt. So verdecken ein beeindruckender Wohnraum oder ein niedriger Preis nicht die Folgen schlechter Gebäudeverwaltung oder eines hohen Sanierungsbedarfs.

Sanems architektonische PerspektiveEin guter Besuch führt zu besseren Vergleichen, nicht zu mehr Fotos.

Es geht nicht darum, sich an jedes Detail zu erinnern, sondern verschiedene Immobilien anhand derselben Entscheidungskriterien erneut vergleichen zu können.

Häufig gestellte Fragen

Klare, prägnante Antworten

01Reicht es aus, bei der Besichtigung Fotos zu machen?

Fotos sind hilfreich, erfassen aber nicht Raumgefühl, Lärm, Gerüche, Belüftung, Wegeführung oder den Zustand der Verwaltung. Nutzen Sie sie zusammen mit einer schriftlichen Checkliste und offenen Fragen.

02Zu welcher Tageszeit sollte man eine Immobilie besichtigen?

Eine einzige Uhrzeit zeigt nicht alle Bedingungen. Wenn Tageslicht wichtig ist, besichtigen Sie zu einer Zeit, die Ihren späteren Nutzungszeiten entspricht. Ein zweiter Termin zu einer anderen Uhrzeit macht Straßenverkehr und Lärm besser einschätzbar.

03Was bedeuten sichtbare Risse oder Feuchtigkeit?

Allein daraus lässt sich keine eindeutige Ursache ableiten. Notieren Sie Lage, Vorgeschichte und Wiederkehr. Lassen Sie die Stelle bei Bedarf durch eine geeignete technische Fachperson prüfen.

Checkliste: Worauf sollten Sie bei einer Immobilienbesichtigung achten?